Thermische Netze

Thermische Netze beziehen sich auf Systeme, in denen Wärme- oder Kälteenergie über ein Netzwerk verteilt wird. Dies geschieht in der Regel über erdverlegte Rohrleitungen, welche mit Wasser oder selten noch mit Dampf gefüllt sind. Der Zweck eines thermischen Netzes besteht darin, Energie von einer zentralen Quelle zu verschiedenen Verbrauchsstellen zu transportieren.

Geschichte thermischer Netze

Die Verteilung von Abwärme aus grossen Energie- und kehrichtverbrennungsanlagen zur Beheizung von Siedlungen und Dienstleistungszentren ist eine bewährte und sinnvolle Nutzung. Bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren erlangten Fernwärmekonzepte grosse Bekanntheit und das Programm "Energie 2000" förderte gezielt die Abwärmenutzung mittels Fernwärmenetze.

Zunehmend gewinnt auch die Fernkälte an Bedeutung. Die Zahl der Hitzetage sowie die Anzahl an Wärmequellen in Gebäuden hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Um eine klimafreundliche Kühlmöglichkeit zu schaffen, kann zusätzlicher Einsatz von Fernkälte eine sinnvolle Lösung sein. Dies wird oft in Kombination mit dem Bau des Fernwärmenetzes realisiert.

Somit gewinnen die thermischen Netze nebst der klassischen Verteilung von Abwärme, durch den Einsatz von Biomasse und Geothermie-Kraftwerken, sowie der Nutzung von See-, Fluss- und Grundwasseranlagen zunehmend an Bedeutung.

Bedeutung in der Energiestrategie 2050

Ziele der Energiestrategie 2050 sind: Den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz voranzutreiben. Die Abhängigkeit von fossilen Energien aus dem Ausland zu reduzieren, den Energieverbrauch zu senken und die Energieeffizienz zu erhöhen. Bis 2050 wird eine Reduktion des Endenergieverbrauchs um 54 Prozent und des Stromverbrauchs pro Person und Jahr um 18 Prozent angestrebt.

In diesem Kontext erfährt die Fernwärme nun vermehrt Unterstützung, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ihre Verbreitung in der Schweiz aktuell lediglich bei rund 5% liegt. Im Vergleich dazu liegt der Anteil der Fernwärme in Ländern wie Dänemark bereits bei über 70%. Dänemark hat nach der Ölkrise 1993 sowohl Anreizsysteme als auch Gesetze gezielt angepasst, was den beeindruckenden Erfolg dieser Entwicklung ermöglichte. In der Schweiz stehen wir vor einer ähnlichen Entwicklung und erwarten in den kommenden Jahren einen massiven Ausbau der Fernwärme. Wir sind der Überzeugung, dass der konsequente Ausbau der thermischen Netze in der Schweiz, für die Erreichung dieser Ziele, notwendig ist.

Funktionsweise der thermischen Netze

Fernwärme ist kein eigenständiger Rohstoff, sondern wird in der Regel durch die Verbrennung anderer Rohstoffe in zentralen Anlagen erzeugt, wie beispielsweise in Heizkraftwerken, Abfallverbrennungsanlagen oder Anlagen zur Verbrennung von Holzschnitzeln. Die erzeugte Wärme wird in Form von heißem Wasser über einen geschlossenen Rohrleitungskreislauf, bestehend aus Vor- und Rücklauf, an die Kunden weitergeleitet. Diese nutzen die Wärme sowohl zum Heizen als auch zur Warmwasseraufbereitung.

Darüber hinaus ist es möglich, auch Kältekreise zu realisieren. In solchen Fällen wird beispielsweise Seewasser im Sommer zur Kühlung eingesetzt. Dies verdeutlicht die Vielseitigkeit und Flexibilität von Fernwärme, die nicht nur zur Wärmeversorgung, sondern auch zur Kühlung genutzt werden kann, je nach den Bedürfnissen und Anforderungen der Verbraucher.

Nachhaltigkeit in der Deutschschweiz

Wir realisieren in der ganzen Deutschschweiz Fernwärmenetze aus nachhaltigen Quellen die für die Dekarbonisierung der Schweiz unersetzlich sind. Als Wärmequellen dienen grössere Abwärmequellen (Kehrichtverbrennungsanlagen, Holzschnitzel Zentralen). Fernwärme, Nahwärme und Fernkälte sind für die Energiewende unersetzlich und unsere Tochterfirma LEHMANN 2000 AG ist hier ein der führenden unabhängigen Dienstleister in diesem Bereich. Überall dort, wo top Qualität gefordert wird – kommt das Team der Zofinger Firma zu Einsatz.

Hausanschlüsse

Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten übernehmen wir die komplette Installation des Anschlusses vom Hauptnetz der Fernwärmeversorgung direkt in Ihre Liegenschaft. Dies beinhaltet nicht nur die Verlegung und die zertifizierte Schweissarbeit der notwendigen Leitungen, sondern auch die fachgerechte Einrichtung der Übergabestation, um eine effiziente und sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Zu unserem kompetenten Service gehört die umfassende Beratung und Planung.

Sanierung Sekundär

Wir sind spezialisiert auf den Umbau von bestehenden Heizzentralen, um diese von herkömmlichen fossilen Energieträgern, wie Öl- oder Gasheizungen, auf ein modernes Fernwärmesystem umzurüsten. Dabei erfolgt zunächst der Rückbau der alten Öltankanlage oder der bestehenden Gasversorgung. Anschliessend demontieren wir die Kesselanlage, um Platz für die neue Technologie zu schaffen. Der entscheidende Schritt ist die präzise Anbindung der bestehenden Wärmeverteilsysteme an die neu installierte Übergabestation der Fernwärme. Unser Ziel ist es, einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten und die Effizienz sowie die Umstellung auf eine grüne Wärmeversorgung signifikant zu verbessern.

Vorteile der Fernwärme für Unternehmen

Die Leistungen von Climartis bieten Unternehmen zahlreiche Vorteile, sowohl in Bezug auf die Umwelt als auch auf den Betrieb. Durch den Einsatz von Fernwärme oder Fernkälte können Unternehmen ihren CO₂-Fussabdruck erheblich reduzieren und gleichzeitig ihren Energieverbrauch optimieren.

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